Surfen! Ja, da habe ich sofort die Songs der Beach Boys im Ohr – Surfin’ USA. Aber du musst gar nicht so weit reisen. Auch an Nord- und Ostsee gibt es Surf-Camps. Da treffen sich alle, die Spaß am Surfen haben. Nicht nur die Profis.
Der Ursprung des Surfens liegt in der schönen Südsee. Es wird davon ausgegangen, dass das Gleiten auf den Wellen mindestens 1.000 Jahre alt ist, wenn nicht sogar viel älter. Durch die Polynesier verbreitete es sich im Süden bis nach Neuseeland und im Norden bis nach Hawaii, wo das Wellenreiten bekanntermaßen seine Blütezeit erlebte.
Denn ein mal im Jahr fand auf Hawaii das Makahiki-Fest statt. Das Fest dauerte nicht einen Tag, nicht eine Woche und nicht einen Monat, sondern es umfasste vier aufeinanderfolgende Mondmonate! Es war die Zeit zwischen erfolgreicher Ernte und neuer Bestellung der Felder.
Dies war eine Zeit der spirituellen Reinigung, des Feierns und der Opfergaben. Ein fester Bestandteil des Makahiki-Fests waren die Wettkämpfe im Wellenreiten, zu denen Tausende von Zuschauern kamen. Heute lebt diese Tradition in Form der Aloha-Festivals weiter.

Waikiki Beach Honolulu 1922
Foto: Internet Archive Book Images, No restrictions, via Wikimedia Commons
Surfen ist auf Hawaii zum Nationalsport geworden. Der erste hawaiische Surfclub wurde 1908 gegründet. Vor allem Georg Freeth und Duke Paoa Kahanamoku ist es letztendlich zu verdanken, dass sich das Wellenreiten Anfang des 20. Jahrhunderts über die ganze Welt verbreitete und so populär wurde wie es heute ist. Und 2016 endlich hat das Internationale Olympische Komitee entschieden, Surfen in das Wettkampfprogramm der Olympischen Spiele aufzunehmen.
Viele behaupten, allen voran natürlich die Surfer selbst, dass Surfen der beste Sport der Welt ist! Womöglich haben sie recht. Es hat etwas Befreiendes und Lebensbejahendes, macht unglaublich fit und selbstbewusst, und ja: Einfach glücklich! Wenn man’s kann und wenn man die Welle zu seinem Freund machen konnte.
Denn Surfen zu erlernen ist nicht ganz so einfach. Vieles ist zu beachten wie das Wetter, die Strömungen, Riffe, Tiere unter Wasser oder Felsen, aber auch einfach die Vorfahrtsregeln auf dem Wasser. Ganz zu schweigen von dem Problem, stehend auf dem Brett über eine sich ständig verändernde Welle zu balancieren.
Viele Anfänger geben auf, doch das Durchhalten lohnt sich! Surfen macht vielen Menschen so viel Spaß, dass sie jedes Jahr Surfurlaube machen. Und das an den schönsten und malerischsten Stränden der Welt!
Und falls dir das zu weit ist: Inzwischen ist es an mehreren Orten in Deutschland möglich, auf der sogenannten stehenden Welle zu reiten, sowohl in Hallen als auch draußen auf Flüssen mit einer künstlichen Flusswelle oder als Surfpool in Seen, neuerdings auch als sogenannte „Mobile Surfwelle“, ein aufgebauter Surfpool mitten in der Stadt.

Eisbachwelle Prinzregentenstraße München
Foto von Markus Spiske auf Unsplash
Was benötigst du dafür?
Versuche besser nicht, dir das Wellenreiten selbst beizubringen. Ohne professionelle Anleitung wird das kaum was und die Frustration ist vorprogrammiert. Nutze die Angebote von Surfschulen oder Surfcamps, um das Wellenreiten zu erlernen. Hier bekommst du viel von der unbedingt notwendigen Theorie vermittelt und in der anschließenden Praxis auch ein Gespür dafür, welches Board am besten zu dir passt.
Bist dann Feuer und Flamme sowie eins mit dem Board und der Welle, kannst du dir Gedanken über die Anschaffung eines eigenen Boards machen. Mein Tipp: Lass dich in einem Surfshop (davon gibt es etliche in Deutschland) vom Verkäufer beraten, welches Board für dich, dein Gewicht und dein Können am besten geeignet ist.
Falls es nicht schon beim Board dabei ist, benötigst du noch einiges an Zubehör wie beispielsweise spezielle Finnen zum besseren Steuern des Boards oder auch die Verbindungsleine zwischen dem Surfboard und deinem Fußgelenk, die sogenannte Leash.
Ein spezielles Boardbag ist ganz praktisch: Eine Tasche, die dein Board schützt und gleichzeitig auch dein Auto vor dem Verteilen des am Board haftenden Sands. Und an dich selbst musst du auch denken: Wenn du häufiger Kaltwassersurfen gehst, dann solltest in einen Neoprenanzug investieren. Es gibt zwar auch Leihanzüge, aber ein eigener ist einfach hygienischer, passt und wärmt besser.
Wie viel kostet dich dieses Hobby?
Eine Woche Aufenthalt in einem Surfcamp kostet in der Regel so zwischen 400,- und 900,- € plus Anreise. Die Surfkurse sind extra zu buchen. Ein guter Richtwert sind da etwa 20,- bis 30,- € für eine Stunde, sodass ein Kurs über mehrere Tage inklusive Theorie mit etwa 250,- € zu Buche schlägt.

Eine Surfschule auf Teneriffa
Foto: Pixabay
Leichte Einsteiger-Boards aus Schaumstoff gibt es zwischen 150,- und 400,- €. Viele empfehlen die besseren Boards ab 600,- €. Brauchst du noch Finnen, kannst du diese für etwa 20,- bis 150,- € nachkaufen, Preis je nach Hersteller und Anzahl der Finnen. Die Leashes gibt es für um die 40,- € und ein Boardbag je nach Ausführung, Polsterung und Qualität für 60,- bis 300,- €.
Bleibt noch der Neoprenanzug. Einfache Shortys gibt’s schon ab etwa 40,- €. Komfortable Anzüge mit beispielsweise einer Kopfhaube können dann auch schon mal 250,- € und mehr kosten.
Möchtest du dich in Vereinen organisieren?
Auch in Deutschland gibt es einige Surfvereine. Der Deutscher Wellenreitverband e.V. ist ihr Dachverband. Hier findest du auch die Liste der Surf-Vereine in Deutschland.
Hast du Lust auf Wettbewerbe?
Ja, auch die gibt es, doch sind die wohl eher was für Profis. Ich denke, bei dir steht der Spaß am Wellenreiten im Vordergrund, oder?
Ist dieses Hobby für dich geeignet?
Wasser war schon immer dein Element und du bist gern an den schönsten Stränden der Welt? Liebst du körperliche Herausforderungen und bringst auch Intuition und die nötige Geduld mit? Triffst du dich gern mit Gleichgesinnten zum gemeinsamen sportlichen Spaß haben? Dann ist Surfen sicher dein neues Hobby! Und magst du es lieber nicht ganz so wild: Beim Windsurfen geht es (zumindest anfangs) nicht ganz so stürmisch zu.
Musst du Rechtliches beachten?
Abgesehen von solchen Regeln wie „Eine Welle – ein Surfer“ ist natürlich noch viel mehr zu beachten. Dort wo gebadet wird, vor allem an ausgewiesenen Badestränden, darf nicht gesurft werden.
Abseits der Badestände gilt die Regel von einem Mindestabstand von 50 Metern zu den Badenden. Daher gehst du auf Nummer Sicher, wenn du einen Hotspot aufsuchst. Zur ersten Orientierung: Die Surfschulen und Surfcamps befinden sich beispielsweise an diesen.
Viele Reiseanbieter für Surfer bieten natürlich auch Informationen zu den Surfspots wie Lage, Strandsatzungen, Naturschutzgebiete und örtliche Besonderheiten. Auf diesen Seiten kannst du dich vorab schlaumachen und so unnötigen Stress vor Ort vermeiden.

Kelly Slater fährt aus der Banzai-Pipe
Foto: Fosterand sons, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Wo findest du weitere Informationen?
Soviel kurz zum Surfsport. Hast du Lust auf Meer bekommen? Im Netz findest du viele Ratgeber für Surf-Einsteiger, Anbieter von Surf-Reisen und Beschreibungen von Surf-Spots auf der ganzen Welt. Und die Datenkrake hilft dir bei der Suche nach einem Sportshop für Surf-Equipment in deiner Nähe.
Im Onlinemagazin meerdavon von Heidi und Chris schildern diese ihre Erfahrungen zum Surfsport, zu Reisen und zum Leben am Meer sowie zum Surf Lifestyle. Ein weiteres Magazin ist TRAVELONBOARDS mit den neusten Surf-Geschichten, Surfspot-Berichten und News aus der Surf- und Kitesurf-Szene.
Für das Surfen werden auch Schnupperkurse angeboten. Aber ohne ein Mindestmaß an Theorie bringen dir diese wohl möglich nicht allzu viel.
Und was ich persönlich auch ganz toll finde: Open Ocean engagiert sich für’s Wellenreiten für alle Menschen, egal ob mit und ohne Behinderung!
Zu guter Letzt noch eine Aufzählung von Surf-Alternativen. Das können sein: Windsurfen, Kitesurfen oder auch Wingsurfen.
Also dann: „Hang loose – Bleib locker!“

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