Astronomie

Der Weltraum – Unendliche Weiten
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Astronomie

Der Weltraum – Unendliche Weiten

Sterne funkeln, Planeten ziehen ihre Bahnen und irgendwo da draußen explodieren Sonnen. Alles echt, alles riesig, alles unfassbar weit weg. Das Faszinierende daran: Mit wenig Technik blickst du Millionen Jahre zurück. Jeder Lichtpunkt erzählt eine Geschichte. Und plötzlich fühlt sich der eigene Platz im Universum klein an – aber genau das macht den Reiz aus.

Die Astronomie ist wohl die älteste Wissenschaft überhaupt. Die Menschen beschäftigten sich überhaupt schon sehr früh mit dem Sternenhimmel. Vor vielen, vielen tausend Jahren sahen sie nachts in den Himmel und gaben auffälligen Sternen-Konfigurationen fantasievolle Namen, wie wir sie noch heute für die sogenannten Sternbilder kennen.

Was anfangs eine eher kultischen Verehrung der Gestirne war, wurde dann später zu wissenschaftlicher Neugier. Der berühmte Galileo Galilei richtete 1604 fasziniert ein kleines Linsenfernrohr gen Himmel. Damit begann wohl das Zeitalter der modernen Astronomie überhaupt.

Im 19. Jahrhundert wurde dann mit dem Bau sogenannter Volkssternwarten begonnen, um mehr öffentliches Interesse für die Astronomie zu wecken. Und schon 1872 wurde die erste Schulsternwarte Deutschlands in Bautzen eröffnet.

Astronomie – Die Schulsternwarte „Johannes Franz“ in Bautzen wurde 1872 im Garten des Städtischen Gymnasiums (heute Philipp-Melanchthon-Gymnasium) errichtet.

Schulsternwarte "Johannes Franz" in Bautzen

Bild: Stephan M. Höhne, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Astronomie heute

Heute gibt es in Deutschland mehr als 90 Sternwarten, der größte Teil davon sind Volkssternwarten, die jeder Amateurastronom nutzen kann. Und viele Amateurastronomen besitzen selbst eine gut ausgestattete private Garten- oder Dachsternwarte mit relativ leistungsstarken Teleskopen.

Allerdings wurde die zunehmende Lichtverschmutzung zu einem immer größer werdenden Problem. Du hast sicher schon festgestellt, dass du in den Innenstädten vom Sternenhimmel kaum etwas siehst. Demgegenüber bist du sicher überwältigt, wenn du auf einem Berg weit abseits jeglicher menschlicher Siedlungen den Sternenhimmel betrachtest. Sogar die Milchstraße ist da toll zu erkennen.

Das liegt einerseits daran, dass das menschliche Auge schnell seine Dunkeladaption verliert, wenn es um ihn herum hell ist. Ein Feuerzeug reicht dafür schon aus! Und es dauert etwa 20 Minuten, bis sich die Augen wieder vollständig an die Dunkelheit angepasst haben. Da geht es den Katzen besser!

Andererseits ist die Luft über den hohen Gebirgen klarer und ruhiger. Darum gibt es die größten Teleskope auf der Erde auch weit abseits größerer Ansiedlungen und im Gebirge, wie etwa in der Atacamawüste in Chile oder auf dem Mauna Kea auf Hawaii. Und im Weltall ist die Sicht natürlich noch besser, wie das Hubble-Weltraumteleskop beweist.

Astronomie – Im Zeiss-Planetarium Bochum können Zuschauer verschiedene Einblicke in das Weltall erfahren. Hier die Raumstation ISS über der Erde.

Das Zeiss-Planetarium Bochum

Bild: Zeiss Planetarium Bochum, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Vielleicht hast schon einmal eine Vorführung in einem Planetarium besucht und warst fasziniert von den Bildern des Weltalls, die du dort vorgeführt bekommen hast. Und wer beobachtet nicht interessiert die Sonnen- oder Mondfinsternis und sucht die Sternschnuppen am Himmel? Da wäre es doch toll, auch die Kanäle auf dem Mars oder die Ringe vom Saturn mit eigenen Augen zu sehen!

Was brauchst du also dafür?

Für den Einstieg brauchst du gar nicht viel. Am Anfang reicht ein einfaches Fernglas. Für 50 bis 150 € bekommst du schon ein gutes. Damit siehst du Sterne, offene Sternhaufen, Krater auf dem Mond und sogar die Ringe des Saturns, wenn’s dunkel genug ist.

Ein Einsteiger-Teleskop macht natürlich noch mehr her. Gute Geräte für Anfänger liegen zwischen 150 und 300 €. Die zeigen Planetenringe, Gasriesen, Galaxien und Nebel. Zubehör wie Okulare oder eine einfache Montierung kann noch extra kommen.

Dazu noch eine Sternenkarte bzw. Planisphäre (10–30 €) oder eine App fürs Handy (oft kostenlos), damit du dich am Himmel zurechtfindest.

Wichtig ist: Geduld und dunkler Himmel schlagen teure Technik. Also such dir einen Ort fernab von Stadtlicht – das bringt mehr als nur gutes Equipment.

Astronomie – Für Einsteiger gibt es viele gute Teleskope, hier ein Teleskop von Vixen aus der Porta-Serie.

Einsteiger-Teleskop Vixen Porta-Serie

Bild: See page for author, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gibt es Vereine?

Die Vereinigung der Sternfreunde e.V. ist mit über 4.000 Mitgliedern der größte überregionale Verein von Astronomie-Interessierten im deutschsprachigen Raum. Da sind viele lokale Sternwarten und Clubs eingeklinkt und du kannst dich mit anderen austauschen, bei Beobachtungen mitmachen oder Events besuchen. Und es gibt dort auch eine Reihe „Astronomie für Einsteiger“ und eine Deutschlandkarte mit allen Sternwarten, Planetarien und Vereinen!

Auch gibt es auf Sternklar eine Liste aller Volkssternwarten. Aber nicht nur das, sondern auch Listen astronomischer Vereine, privater Sternwarten, Sternenparks und vieles mehr.

In größeren Städten gib’s lockere Community-Treffen, wo sich Leute ganz zwanglos treffen und gemeinsam Sterne gucken oder Erfahrungen austauschen. Oder such dir einen Verein in deiner Nähe und du lernst so schnell nette Leute und die ersten Schritte mit Teleskop oder Fernglas gehen viel leichter.

Ist das was für dich?

Vielleicht hast du schon einmal eine Vorführung in einem Planetarium besucht und warst fasziniert von den Bildern des Weltalls, die du dort vorgeführt bekommen hast. Und wer beobachtet nicht interessiert die Sonnen- oder Mondfinsternis und sucht die Sternschnuppen am Himmel? Da wäre es doch toll, auch die Kanäle auf dem Mars oder die Ringe vom Saturn mit eigenen Augen zu sehen, oder?!

Astronomie passt gut zu dir, wenn dich der Nachthimmel fasziniert, du gern ruhig beobachtest und Freude daran hast, Neues zu lernen, ohne sofort alles verstehen zu müssen. Ein bisschen Geduld, Neugier und die Bereitschaft, sich Schritt für Schritt in Karten, Himmelsobjekte und einfache Technik einzuarbeiten, reichen völlig aus.

Wenn du gelegentlich einen dunkleren Himmel erreichst, kleine Fortschritte schätzt und Lust auf Austausch mit anderen hast, findest du in der Astronomie ein Hobby, das sowohl entschleunigt als auch inspiriert.

Und dann sowas mit eigenen Augen zu sehen, das ist dann der Lohn der Mühen:

Astronomie – So sehen wir den Saturn durch ein Teleskop. Der Mond Titan und sein Schatten auf dem Saturn sind zu sehen.

Der Titan und sein Schatten auf dem Saturn

Bild: Volodymyr Andrienko, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Also: Ab jetzt Sternegucken?

Die Website Astronomie ist nach eigenen Angaben der Treffpunkt für Astronomie. Die Sternenforscher stellen neben einem Guide zum Kauf von Linsenteleskopen auch noch viele andere wichtige und interessante Informationen bereit. Und in der astronews.community wird ein breites Spektrum an Themen diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht.

Falls du deine Entdeckungen auch festhalten willst, ist vielleicht die Astrofotografie was für dich. Ich wünsche dir jedenfalls für dein neues Hobby immer gutes Wetter und freien Blick auf die Sterne: Clear skies!

 

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