Roundnet spielen

Volleyball mal ganz anders
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Roundnet spielen

Volleyball mal ganz anders

Roundnet, auch als Spikeball bekannt, ist eine dynamische Ballsportart, bei der zwei Zweierteams einen kleinen Ball über ein rundes Netz spielen, das auf dem Boden steht. Das schnelle Spiel verbindet Geschicklichkeit, Reaktionsvermögen und Teamarbeit mit viel Bewegung und ist nahezu überall spielbar – im Park, am Strand oder im Garten. Gerade diese Mischung aus einfachen Regeln, spannenden Ballwechseln und einer lockeren Atmosphäre macht Roundnet zu einem faszinierenden Hobby für Menschen jeden Alters.

Roundnet wurde 1989 in den USA vom Spielzeugentwickler Jeff Knurek erfunden. Das Spiel kam zunächst unter dem Markennamen „Spikeball“ auf den Markt und erfreute sich einige Jahre lang einer gewissen Beliebtheit. Wegen der damals wenig robusten Ausrüstung und einer geringen Vermarktung geriet es jedoch bald wieder in Vergessenheit.

Im Jahr 2003 entdeckte Chris Ruder das Spiel neu und erkannte sein Potenzial als moderne Sportart. Er überarbeitete die Ausrüstung, gründete 2008 die Firma Spikeball Inc. und brachte verbesserte Sets auf den Markt. Durch soziale Medien, Turniere und Fernsehauftritte gewann Roundnet schnell neue Anhänger.

In den 2010er-Jahren entwickelte sich Roundnet von einem Freizeitspiel zu einer international organisierten Wettkampfsportart. Es entstanden nationale Verbände, regelmäßige Meisterschaften und internationale Turniere. Auch in Deutschland wuchs die Zahl der Vereine und Spieler stark an, sodass sich Roundnet als Trendsport etablierte.

Heute wird Roundnet weltweit sowohl als lockerer Freizeitsport als auch auf hohem Wettkampfniveau gespielt. Dank einfacher Regeln, geringer Ausrüstungskosten und der Möglichkeit, fast überall zu spielen, gewinnt die Sportart weiter neue Fans und entwickelt sich international stetig weiter.

Wie wird Roundnet gespielt?

Roundnet wird von zwei Teams mit je zwei Spielern gespielt. In der Mitte des Spielfelds steht ein rundes, trampolinartiges Netz, über das der Ball geschlagen wird. Feste Spielfeldgrenzen gibt es nicht, die Spieler können sich frei um das Netz bewegen.

Das Roundnet-Netz hat einen Durchmesser von etwa 90 Zentimetern und ist auf einen stabilen, kreisförmigen Rahmen gespannt. Die Spielfläche besteht aus einem elastischen Netz, das den Ball ähnlich wie ein Trampolin zurückfedert. Der Rahmen ist nur rund 20 Zentimeter hoch, sodass das Netz flach über dem Boden liegt.

Roundnet-Set, bestehend aus einem Netz und einem Ball.

Roundnet-Set: Netz und Ball

Foto: Boiler ph, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons


Zu Beginn jedes Ballwechsels wird der Ball von einem Spieler auf das Netz aufgeschlagen. Das gegnerische Team versucht, den Ball anzunehmen und ihn mit höchstens drei Berührungen wieder so auf das Netz zu spielen, dass er für die Gegner schwer erreichbar ist.

Nach dem Rückprall vom Netz kann sich das Spiel in jede Richtung fortsetzen. Die Spieler laufen ständig um das Netz herum, um den Ball zu erreichen und sich für den nächsten Schlag in Position zu bringen. Dadurch entstehen schnelle und abwechslungsreiche Ballwechsel.

Die Ballberührung ähnelt stark dem Volleyball. Der Ball darf nicht gefangen oder festgehalten werden. Jeder Kontakt muss direkt gespielt werden. Typische Schlagtechniken sind das Baggern mit den Unterarmen, das Pritschen mit den Händen oder ein kontrollierter Schlag mit einer Hand.

Ein Punkt wird erzielt, wenn der Ball nach dem Rückprall den Boden berührt, das Netz nicht erreicht oder eine Mannschaft mehr als drei Ballkontakte benötigt. Gespielt wird häufig auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte, wobei ein Satz mit mindestens zwei Punkten Unterschied enden muss.

Roundnet – Vier junge Menschen spielen konzentriert Roundnet in einem Park.

Roundnet-Spiel im Park

Foto: Bricetofly, CC0, via Wikimedia Commons


Roundnet versus Spikeball

Der Begriff Roundnet bezeichnet die Sportart, während Spikeball ursprünglich der Markenname eines Herstellers ist. Ähnlich wie „Tempo“ für Papiertaschentücher oder „Frisbee“ für Wurfscheiben wurde der Markenname lange Zeit häufig als Bezeichnung für das gesamte Spiel verwendet.

Spikeball wurde Ende der 1980er Jahre als Markenprodukt eingeführt und trug wesentlich dazu bei, die Sportart bekannt zu machen. Als sich das Spiel international verbreitete und weitere Hersteller eigene Netze und Bälle anboten, setzte sich zunehmend der neutrale Begriff Roundnet durch. Dadurch konnte die Sportart unabhängig von einer einzelnen Marke bezeichnet werden.

Heute verwenden Sportverbände, Turnierveranstalter und Vereine überwiegend den Begriff Roundnet. Spikeball ist dagegen weiterhin ein geschützter Markenname und bezeichnet die Produkte des gleichnamigen Herstellers. Deshalb spricht man in offiziellen Regelwerken, bei Meisterschaften und im Vereinssport fast immer von Roundnet.

Vereinssport in Deutschland

In Deutschland wird Roundnet durch den Verband Roundnet Germany e.V. organisiert. Der Verband wurde im Juli 2020 gegründet und koordiniert den Spielbetrieb, richtet Deutsche Meisterschaften aus, entwickelt die offiziellen Spielregeln weiter und fördert den Aufbau neuer Vereine. Außerdem organisiert er den Ligabetrieb und vertritt die Sportart nach außen. Aktuell gehören dem Verband 40 Mitgliedsvereine und über 1.200 Mitglieder an.

Roundnet wird heute in zahlreichen Sportvereinen angeboten. Wenn du einen Verein in deiner Nähe suchst, kannst du die Vereinsübersicht von Roundnet Germany e.V. durchstöbern. Daneben gibt es in vielen Städten eigenständige Roundnet-Communities, die sich regelmäßig zum freien Spielen treffen. Eine gute Community-Übersicht gibt es von Roudnet Deutschland.

Roundnet – Die erste Weltmeisterschaft fand 2022 in Belgien statt. Hier ein Spiel Deutschland gegen Belgien.

Die erste Roundnet-WM 2022

Foto: Boiler ph, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons


Ist Roundnet ein Hobby für dich?

Roundnet ist ein passendes Hobby für dich, wenn du Freude an schnellen Ballwechseln und viel Bewegung hast. Das Spiel fordert Reaktionsvermögen, Koordination und ein gutes Zusammenspiel mit einem Mitspieler, ohne dass Vorkenntnisse erforderlich sind.

Wenn du gerne Zeit mit Freunden verbringst, bietet Roundnet ideale Voraussetzungen. Es wird meist in kleinen Gruppen gespielt und verbindet sportlichen Ehrgeiz mit einer lockeren und geselligen Atmosphäre.

Da nur wenig Ausrüstung benötigt wird und das Netz schnell aufgebaut ist, eignet sich Roundnet besonders für Menschen, die unkompliziert Sport treiben möchten. Gespielt werden kann auf Rasen, Sand oder in der Halle, sodass sich fast überall eine Gelegenheit findet.

Auch wenn du deine Fitness verbessern möchtest, ist Roundnet eine gute Wahl. Die vielen kurzen Sprints, Richtungswechsel und Ballwechsel trainieren Ausdauer, Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit. Wenn du jedoch Knie- oder Sprunggelenkprobleme hast, solltest du die hohe Belastung durch schnelle Stopps und Drehbewegungen berücksichtigen.

Was bleibt?

Roundnet verbindet einfache Spielregeln mit viel Bewegung, Teamgeist und abwechslungsreichen Ballwechseln. Da nur wenig Ausrüstung benötigt wird und nahezu überall gespielt werden kann, eignet sich die Sportart sowohl für Einsteiger als auch für ambitionierte Freizeit- und Wettkampfspieler.

Die Beliebtheit von Roundnet dürfte auch in den kommenden Jahren weiter wachsen. Neue Vereine, regelmäßige Turniere und ein zunehmendes Angebot an Trainingsmöglichkeiten sorgen dafür, dass immer mehr Menschen den Sport entdecken und dauerhaft ausüben.

Weitere Informationen, Spielregeln sowie Adressen von Vereinen und Spielgruppen findest du beim Dachverband Roundnet Germany e.V., auf Roundnet Deutschland sowie auf den Internetseiten vieler regionaler Vereine. Dort erhältst du auch Hinweise zu Turnieren, Anfängerkursen, Veranstaltungen und Communitys in deiner Nähe.

Falls du jedoch noch unschlüssig bist: Ich habe eine Übersichtsseite für Ballspiele erstellt. Vielleicht spricht dich dort eine andere Ballsportart eher an. Viel Glück!

 

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