Tischfußball / Kickern

Also dann los, ran an die Stangen!
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Tischfußball / Kickern

Also dann los, ran an die Stangen!

Tischfußball oder Kickern bezeichnen ein beliebtes Spiel, bei dem zwei Teams mit kleinen Figuren auf Stangen einen Ball über einen Miniaturfußballplatz schießen. Was es so faszinierend macht, ist die Mischung aus Geschicklichkeit, Taktik und dem direkten Duell zwischen den Spielern, die mit Präzision und schnellen Reflexen um den Sieg kämpfen. Es verbindet Generationen, schafft gesellige Momente und ist sowohl ein entspannter Zeitvertreib als auch ein wettkampforientierter Sport mit eigenen Turnieren und Meisterschaften.

Der Ursprung des Tischfußballs wird in Europa gegen Ende des 19. Jahrhunderts vermutet. Mehrere Erfinder in Europa verfolgten unabhängig voneinander die Idee, Fußball auf einem Tisch mit beweglichen Figuren nachzuspielen. Belegbare Patente weisen einen Engländer als den Erfinder des Tischfußballs aus: Harold S. Thornton meldete am 14. Oktober 1922 ein Gerät mit Drehstangen beim Patentamt an.

Lucien Rosengart, ein Ingenieur bei Citroën, entwickelte in den 1920er Jahren eine verbesserte Version mit Stangen und drehbaren Figuren, die als Vorläufer des modernen Tischfußballs gilt. Er gab ihr den Namen Babyfoot, dieser Begriff wird auch heute noch in Frankreich verwendet. Sein Design wurde 1923 patentiert und legte wohl den Grundstein für den heutigen Spielspaß.

Die schweizerische Firma Kicker mit Sitz in Genf war der erste kommerzielle Hersteller von Tischfußballgeräten. Sie baute ihre Tische in Anlehnung an den sogenannten „Urtisch“ von Lucien Rosengart. Deren große Beliebtheit führte dazu, dass der Markenname Kicker im deutschsprachigen Raum zum Gattungsbegriff für das Spiel selbst wurde.

Tischfußball – Ein Original-Kicker mit Münzeinwurf und Metalleinsätzen für Getränke oder Aschenbecher. Hergestellt aus Massivholz Mitte des 20. Jahrhunderts.

Historischer Tisch Mitte 20. Jahrhundert

Foto: Victor alves, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons


Der Spanier Alejandro Finisterre entwarf während des Spanischen Bürgerkriegs in einem Krankenhaus einen Tischfußball, damit auch verletzte Kinder wieder Fußball spielen konnten. Er übertrug Francisco Xavier Altuna, einem Zimmermann aus dem Baskenland, den Bau des ersten Exemplars. 1937 sicherte Alejandro Finisterre sich ein Patent auf einen Tischfußballtisch.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Tischfußball einen rasanten Aufschwung. Das Spiel entwickelte sich in den 1950er und 1960er Jahren vom Kneipenzeitvertreib zu einem organisierten Sport. In dieser Zeit entstanden erste Vereine und regionale Ligen, die den Grundstein für eine strukturierte Wettkampfkultur legten.

Maßgeblich war auch der Automatenvertrieb Löwen, der in den 1980er und 1990er Jahren eine überregionale Turnierserie in Deutschland veranstaltete. Diese Turniere zogen auch Topspieler aus dem Ausland an und gipfelten in den jährlichen „Deutschen Meisterschaften“ in Bingen, dem Hauptsitz der Firma.

Die Gründung des Deutschen Tischfußballbunds (DTFB) erfolgte am 20. Juni 1969 in Mannheim während der 3. Deutschen Tischfußballmeisterschaft. Der DTFB wurde als Dachverband der deutschen Landesverbände ins Leben gerufen. Ziel war es, den Sport zu fördern, Ligen und Turniere zu strukturieren sowie die Anerkennung von Tischfußball als offizielle Sportart voranzutreiben, was endlich 2010 geschah.

Die Players 4 Players Tischfußballvereinigung e.V. (P4P) wurde 2001 von aktiven Spielern gegründet, nachdem sich der bisherige kommerzielle Veranstalter Löwen aus der Turnierserie zurückgezogen hatte. P4P übernahm die Organisation der Turniere auf ehrenamtlicher Basis und entwickelte sich zu einer der wichtigsten Vereinigungen im deutschen Tischfußball.

P4P und DTFB organisieren seitdem gemeinsam den Tischfußballsport in Deutschland, wobei P4P eher auf die Turnierszene und DTFB auf die Verbandsstruktur und politische Anerkennung fokussiert ist.

Tischfußball – Hier ein Typischer Tischkicker mit grünem Spielfeld.

Typischer Tischkicker mit grünem Spielfeld

Foto von Artem Beliaikin auf Unsplash


Heute ist Tischfußball ein weit verbreitetes Freizeit- und Turnierspiel. Über 8.500 Spielerinnen und Spieler sind in 13 Landesverbänden organisiert, und der Sport genießt eine große Beliebtheit. Es gibt eine Bundesliga, Landesligen und zahlreiche Turniere, Deutsche Meisterschaften und internationale Wettbewerbe. Die Szene ist sowohl für Hobby- als auch für Leistungssportler offen, und die Infrastruktur mit rund 300 Vereinen und vielen lokalen Spielstätten bietet ideale Bedingungen für Einsteiger und Profis gleichermaßen.

Wo kannst du Tischfußball spielen?

Tischfußball kannst du fast überall spielen, wo es einen Kicker-Tisch gibt. In Bars, Kneipen und Jugendzentren findest du oft öffentlich zugängliche Tische, die zum spontanen Spiel einladen. Auch in Freizeitparks, Spielhallen oder sogar auf Campingplätzen stehen oft Tische bereit. Viele Vereine und Sportstätten bieten zudem regelmäßige Trainings- und Spielabende an, besonders in größeren Städten.

Suchst du einen Verein in deiner Nähe? Dann hilft ein Blick auf die Seiten des Deutschen Tischfußballbundes (DTFB). Dort gibt es eine Vereinsliste, leider sortiert nach Anzahl der Mitglieder und nicht nach Vereinssitz, aber mit Vereinsname und Link zum jeweiligen Verein. Und falls du einfach nur Gleichgesinnte suchst: In vielen Städten gibt es Stammtische oder lokale Gruppen, die sich regelmäßig zum Kickern treffen.

Lust auf Wettkampf?

Wenn du in den Wettkampf-Tischfußball einsteigen möchtest, ist der Deutsche Tischfußball-Bund (DTFB) dein erster Ansprechpartner. Der Verband organisiert nicht nur regionale und nationale Turniere, sondern bietet auch Einsteigerworkshops und Kontakte zu Vereinen in deiner Nähe.

Der Einstieg in den Wettkampfsport ist oft einfacher, als man denkt. Denn in vielen Vereinen sind Anfänger natürlich willkommen. Typischerweise beginnst du in einer unteren Liga oder einer Hobby-Klasse, wo du dich mit den Regeln, Taktiken und der Spielweise vertraut machen kannst. Die meisten Turniere sind nach Spielstärken gestaffelt, sodass du gegen gleich starke Gegner antrittst.

Ein weiterer guter Schritt ist der Besuch eines lokalen Turniers als Zuschauer. Dort kannst du die Atmosphäre kennenlernen und Kontakte knüpfen. Viele Vereine bieten auch Schnuppertrainings an, bei denen du die Grundlagen wie Ballkontrolle, Passspiel und Schuss-Techniken üben kannst.

Tischfußball ist erstmals 2024 bei den EuroGames in Wien vertreten.

Tischfußball bei den EuroGames 2024 Wien

Foto: SET04SARAH2024, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons


Ist Tischfußball was für dich?

Tischfußball ist ein vielseitiges Hobby, das zu dir passt, wenn du Geschicklichkeit, schnelle Reflexe und taktisches Denken magst. Es erfordert zwar etwas Übung, um die Figuren präzise zu steuern, aber die Grundlagen lernst du schnell. Ideal also, wenn du ein Hobby suchst, das Herausforderung und Erfolgserlebnisse bietet, ohne dich gleich wochenlang einarbeiten zu müssen.

Das Hobby eignet sich besonders gut für gesellige Menschen, da es meist im direkten Duell oder im Team gespielt wird. Ob in der Kneipe, im Verein oder zu Hause: Kickern verbindet und schafft gemeinsame Erlebnisse. Falls du eher der wettkampforientierte Typ bist, bietet der Sport auch eine sportliche Komponente mit Turnieren, Ligen und sogar internationalen Meisterschaften.

Viele Vereine, Bars oder Freizeitzentren stellen Tische zur Verfügung. Wenn du regelmäßig spielen möchtest, lohnt es sich auch, nach lokalen Gruppen oder Vereinen zu suchen, die dir den Einstieg erleichtern. Und falls du einfach nur Spaß haben willst, Kickern funktioniert natürlich auch ohne Ambitionen auf Titel oder Pokale.

Fazit

Tischfußball ist mehr als nur ein Spiel – es ist eine lebendige Mischung aus Freizeitspaß und sportlichem Ehrgeiz. Ob als geselliger Zeitvertreib mit Freunden oder als wettkampforientiertes Hobby: Kickern fördert Geschicklichkeit, Taktik und den direkten Austausch mit anderen. Es verbindet Generationen und schafft Gemeinschaft, egal ob in der Kneipe, im Verein oder zu Hause.

Für dich könnte der nächste Schritt der Besuch eines lokalen Vereins oder Turniers sein, um das Spiel kennenzulernen und Gleichgesinnte zu treffen. Falls du den Wettkampfgedanken magst, bieten der Deutsche Tischfußball-Bund (DTFB) oder die International Table Soccer Federation (ITSF) dir die Möglichkeit.

Egal, wie du einsteigst: Tischfußball ist ein dauerhaftes Vergnügen und ein beliebter Kneipensport, das dich immer wieder herausfordert und gleichzeitig mit Gleichgesinnten verbinden kann. Also: Such dir einen Tisch, probier es aus und lass dich von der Faszination mitreißen!

 

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