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Und Entenhausen gibt's wirklich!?
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Und Entenhausen gibt's wirklich!?

Donaldisten sind Fans von Donald Duck, die seine Welt sehr ernst nehmen. Sehr ernst. Sie lesen die Comics nicht nur zum Spaß, sondern wie so andere alte Texte oder Mythen. Ihnen geht es um die Erforschung der Familie Duck und des Entenhausener Universums. Sie fragen sich, wie Entenhausen funktioniert, welche Gesetze dort gelten und ob alles logisch zusammenpasst.

Den Grundstein legte Carl Barks (1901-2000). Er ist der bekannteste Disneyzeichner und erschuf Comic-Figuren wie Dagobert Duck oder Daniel Düsentrieb. Seine Geschichten um Entenhausen sind detailreich und in sich stimmig. Die Donaldisten analysieren diese Details intensiv. Sie rechnen Wege nach, vergleichen Zeitangaben und prüfen, ob so ein Geldspeicher physikalisch möglich sind. Klingt schräg, macht aber genau den Reiz aus.

Donaldist – Carl Barks auf der San Diego Comic Con 1982. Er ist der bekannteste Disneyzeichner und erschuf Comic-Figuren wie Dagobert Duck.

Carl Barks auf der San Diego Comic Con 1982

Foto: Alan Light, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Don Rosa gilt für viele Fans als der wichtigste Nachfolger von Carl Barks. Trotz aller eigenen Ideen verstand sich Don Rosa nie als Ersatz für Carl Barks. Er betonte immer wieder, dass er auf dem Fundament von Carl Barks aufbaue und dessen Werk respektvoll fortführen wolle. Deshalb gelten seine Geschichten bis heute für viele Leser als die authentischste Weiterentwicklung des klassischen Entenhausen-Universums.

Im deutschsprachigen Raum kommt dann die legendäre Sprache von Erika Fuchs (1906-2005) dazu, mit viel Wortwitz, Zitaten und Neuschöpfungen, die Kultstatus haben. Ihre Übersetzungen sind sprachlich brillant und wir verdanken ihr Sprüche wie Dem Ingenör ist nichts zu schwör und Wortschöpfungen wie raschel, rumpel, quietsch, stöhn, ächz, kicher, kreisch, grübel, schluck.

Was ist D.O.N.A.L.D.?

D.O.N.A.L.D. ist die Deutsche Organisation der Nichtkommerziellen Anhänger des Lauteren Donaldismus. Zitat: „Wir widmen uns der Erforschung der Welt von Entenhausen, insbesondere durch Studium und Verbreitung des Werkes von Carl Barks und von Dr. Erika Fuchs“. Die Organisation ist mittlerweile international tätig und es finden regelmäßig Stammtische und Veranstaltungen statt. Und sie bringt die Zeitschrift Der Donaldist heraus, Inhaltsangaben zu sämtlichen Artikeln findest du beim Alleswisser.

Und das ist noch nicht alles! Der eben erwähnte Alleswisser bezeichnet sich als das digitale Schlaue Buch des Donaldismus. Außerdem gibt es die Duckipedia, eine Enzyklopädie zum Lebenswerk und Vermächtnis von Walt Disney.

Und wo liegt nun Entenhausen?

Die anerkanntesten Theorien gehen von Kalifornien als möglichem Standort Entenhausens aus. Denn in Jagd nach der Roten Magenta, die am 2. September 1952 veröffentlicht wurde, lässt Carl Barks einen Postbeamten eine Adresse erwähnen, in der Calisota (ein Kofferwort aus California und Minnesota) als der Bundesstaat genannt wird, in dem Duckburg (dt. Entenhausen) liegt.

Donaldist – Stadtplan von Entenhausen aus dem Jahr 2008.

Stadtplan von Entenhausen 2008

Bild: Windu, CC BY-SA 4.0, via Donaldipedia

Deutsche Donaldisten nehmen allerdings aufgrund des hohen Sprachniveaus der Fuchs’schen Übersetzungen oft an, Entenhausen läge in Deutschland. So befinden sich die Entenhausener in der Umgebung von Orten wie Frankfurt am Main und die Bewohner haben eine eher deutsche Kultur. Auch wohnte Gundel Gaukeley zunächst auf dem Brocken und nicht auf dem Vesuv. Nichtsdestotrotz ist das Universum rund um Duckburg (dt. Entenhausen) eine us-amerikanische Erfindung.

Ist es ein Hobby für dich?

Donaldismus passt zu dir, wenn du Comics magst und speziell Donald Duck gern genauer betrachtest. Du hast Spaß daran, Details ernst zu nehmen und Logik in scheinbarem Chaos zu suchen. Wenn dich die Geschichten von Carl Barks reizen und du den Wortwitz von Erika Fuchs liebst, dann bist du hier richtig. Donaldismus ist ideal für dich, wenn du geistig wach bleiben willst, gern schmunzelst und ein Hobby suchst, das klug, verspielt und ein bisschen schräg ist.

Fazit

Schlussendlich ist der Donaldismus eine spannende und hochinteressante Beschäftigung mit den Geschichten der Einwohner von Entenhausen. Selbst in Wikipedia gibt es viele Artikel wie beispielsweise eine Liste der Bewohner Entenhausens, über Entenhausen selbst oder zum Stadt- und Umgebungsplan von Entenhausen. Es gibt sogar verschiedene Reiseführer für Entenhausen als Buch mit Stadtplan!

 

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